Sa 02.07.2011 | 20:00 Uhr
Theatersaal, Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.

Karten zu
75 € | 65 € | 49 € | 33 €

DIE SCHLOSSFESTSPIELE UNTERWEGS
Am 4. Juli 2011 haben Chor und Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter Michael Hofstetter mit dem Verdi-Requiem in Vichy / Frankreich gastiert. Das Konzert fand im prächtigen Jugendstil-Bau der Opéra de Vichy statt.

Eine Produktion der Ludwigsburger Schlossfestspiele

Verdi. Messa da Requiem

Leitung: Michael Hofstetter. Ensembles der Festspiele

Ailish Tynan (Sopran)
Faith Sherman (Alt)
Jun Ho You (Tenor)
Josef Wagner (Bass)
Chor der Ludwigsburger Schlossfestspiele (Einstudierung: Jan Hoffmann)
Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele (auf Originalklang-Instrumenten)
Michael Hofstetter (Musikalische Leitung)

Verdis Requiem gehört zu den imposanten Chorwerken des 19. Jahrhunderts. Als liturgische Komposition im fast reinen Opern-Œuvre Verdis trägt das Requiem deutlich dramatische Züge. Das Requiem entstand als Reaktion auf den Tod Alessandro Manzonis (1785–1873), dem beherrschenden Dichter im Italien des 19. Jahrhunderts. Sein berühmtester Roman »Die Verlobten« – der »Faust« Italiens – schildert das Leben zweier junger Menschen, ausgesetzt den widrigen Stürmen des Schicksals. Zum ersten Todestag Manzonis am 22. Mai 1874 wurde Verdis Komposition in Mailand uraufgeführt. Das Requiem ist nicht für die Heilige Messe, sondern für den Konzersaal bestimmt. Wie Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Cherubini oder Hector Berlioz, die bedeutende Requien komponierten, ist Verdis Libretto der gewaltige Text der katholischen Totenmesse. Anders als seine Komponistenkollegen übernahm Verdi nicht den bloßen lateinischen Text, sondern griff in dessen Struktur ein. Die Beschreibung des Jüngsten Gerichts kehrt drohend immer wieder. Beherrscht wird das Werk durch dieses furiose »Dies irae«-Thema, versinnbildlichend den Höllen-Schrecken, der das Requiem wie ein roter Faden durchzieht und damit Zeugnis ablegt über Verdis ablehnende Haltung gegenüber der kirchlichen Theologie der Angst. Nach einem letzten Einbruch des infernalischen Schreckens endet das Requiem, ebenfalls gegen die Konvention, mit dem »Libera me, Domine« (»Befreie mich, Herr«) – einer hoffnungsvollen Bitte in überirdischvisionärer Eindringlichkeit. Gerade weil sich Verdis Requiem nicht in die kirchliche Ordnung einfügt, ist es mit seiner dramatischen Opulenz der innige Ausdruck eines tiefreligiösen Menschen. Michael Hofstetter wird mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele auf historischen Instrumenten den faszinierenden originalen Verdi-Klang herausarbeiten. Als Solisten wirken die phänomenalen Sänger Ailish Tynan (Sopran), Faith Sherman (Alt), Jun Ho You (Tenor) und Josef Wagner (Bass), die mit betörendem Timbre zusammen mit dem Chor der Schlossfestspiele dieses kraftvoll-berührende Meisterwerk Verdis zur Aufführung bringen werden.

»Bei diesem eruptiven musikalischen Ausbruck, der vom Orchester und dem in allen Stimmen dicht besetzten Chor der Ludwigsburger Schlossfestspiele ein Höchstmaß an vehementer, spannungsreicher Gestaltungskraft abverlangte, erschien selbst der weiträumige Theatersaal des Forums zu eng. Michael Hofstetter liebt die opulente, voluminöse Fülle und lebte diese Vorliebe in seiner Interpretation des Requiems von Verdi in vollem Maße aus. So entstand eine Aufführung voller theatralischer Dramatik.« Bietigheimer Zeitung

Einen Einblick in die Proben zum Requiem und einen Reisebericht zu unserem Gastspiel in Vichy finden Sie in unserem Blog

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Verdi. Messa da Requiem