European Brass Orchestra
Leitung: Sylvain Cambreling
GIOVANNI GABRIELI: Canzona noni toni a 12
FISHER A. TULL: Liturgical Symphony
SAMUEL BARBER: Mutations from Bach
HENRI TOMASI: Fanfares liturgiques
AARON COPLAND: Fanfare for the common man
MODEST MUSSORGSKY: Bilder einer Ausstellung
European Brass Orchestra
Sylvain Cambreling (Musikalische Leitung)
Es war sicherlich eine der ungewöhnlichsten musikalischen Initiativen der letzten Jahre: Die Gründung der European Brass Federation samt Orchester. Unter der Schirmherrschaft von Pierre Boulez wurde ein 30-köpfiges Ensemble ins Leben gerufen, das mit Sylvain Cambreling einen der bedeutenden europäischen Dirigenten an seine Spitze berufen konnte. Cambreling, der demnächst als Generalmusikdirektor an die Staatsoper Stuttgart wechselt, hat übrigens seine musikalische Laufbahn als Posaunist begonnen. Aus sechs europäischen Ländern fanden sich nun die führenden Blechbläsergruppen und Schlagzeuger zusammen, um ein Orchester zu gründen, das die besten Trompeter, Posaunisten und Tubisten Europas in einem Ensemble versammelt. Eines der Ziele dieser Formation ist auch die Nachwuchsförderung.
Blasmusik ist längst nicht mehr nur ein Synonym für lärmende Bierzelt-Beschallung – Formationen wie Mnozil Brass oder German Brass sind bekannt für atemberaubende Virtuosität und höchste musikalische Standards. Bei ihrem ersten Deutschland-Auftritt anlässlich der Schlossfestspiele werden die Musiker aus Österreich, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien und Deutschland unter anderem Werke von Giovanni Gabrieli, Modest Mussorgsky, Samuel Barber und Aaron Copland spielen – um in Zukunft auch an der Verbreiterung des Repertoires zu arbeiten. Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« – das Paradestück der Programmmusik – wurde erst durch die Bearbeitung für Orchester von Maurice Ravel weltweit bekannt. Die Tondichtung, die eigentlich als Klavierzyklus von Mussorgsky konzipiert war, wird das European Brass Orchestra in neuen, ungekannten Farben mit dem zupackenden Sound der Blechblasinstrumente erscheinen lassen. Eröffnet wird das Konzert durch Giovanni Gabrielis (1557–1612) »Canzoni noni toni a 12«. In der vielstimmigen Komposition dieses Meisters der italienischen Renaissance-Musik entfaltet sich der Blechbläserklang zu voller Majestät und goldener Größe.
»Unter dem beschwingten Dirigat von Sylvain Cambreling, dem künftigen Generalmusikdirektor der Stuttgarter Oper, präsentierte das Ensemble vor allem instrumentales Können, Spürsinn für effektvolle Arrangements und Mut zu neuer Literatur.« Stuttgarter Nachrichten
