Eröffnungskonzert
Werke von Berlioz, Satie, Rodrigo | Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele | Christian Muthspiel
HECTOR BERLIOZ: Symphonie fantastique
ERIK SATIE: Gymnopédies I & III
(Orchesterfassung von Claude Debussy)
JOAQUÍN RODRIGO: Concierto de Aranjuez
(Arrangement von Gil Evans)
Stéphane Hessel (Eröffnungsrede)
Ron Miles (Trompete)
Dieter Ilg (Kontrabass)
Patrice Héral (Schlagzeug)
Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele
Christian Muthspiel (Musikalische Leitung)
Die Idee einer kreativen Unruhe mit französischem Fluidum weht durch das Programm des Eröffnungskonzerts unserer Jubiläumsspielzeit. Zwischen Neubewertung und Neuausrichtung pendeln die Werke und Interpretationen dieses Abends rund um wache Denker und visionäre Fantasten.
Erik Satie war ein fiebriger Intellektueller und ein eigenwilliger Komponist mit Witz, ein großer Melodiker der lakonischen Geste. Um die Bedeutung dieses unterschätzten Genies zu würdigen, orchestrierte sein Bewunderer Claude Debussy zwei von Saties Klavierstücken, den »Gymnopédies« – die Interpretation ist hier eine berührende Freundschaftsgeste.
Als Erik Satie 1925 starb, war unser diesjähriger Eröffnungsredner in seinem achten Lebensjahr. Bis heute ist die Biografie des Diplomaten und Essayisten Stéphane Hessel von einem brennenden Engagement für gesellschaftliche Entwicklungen geprägt. In der Eröffnungsrede wird er sich mit der Frage nach einer zukünftigen Orientierung unseres Gemeinwesens auseinandersetzen.
Es war Miles Davis, der von der sanften Melancholie von Joaquín Rodrigos Gitarrenkonzert »Concierto de Aranjuez« verzaubert war und seinen Arrangeur Gil Evans 1959 um eine Bearbeitung des zweiten Satzes bat. Ihre von französischer Leichtigkeit durchzogene Interpretation überquerte en passant die bislang strikt gezogenen musikalischen Genregrenzen und wurde zu einem Meilenstein des Jazz. Mit Ron Miles, Dieter Ilg und Patrice Héral konnten wir ein Weltklasse-Trio verpflichten, das zusammen mit Christian Muthspiel und unserem Orchester dieses Ausnahmewerk neu beleuchten wird.
Zwar noch ganz im Banne Beethovens stehend, deutete Hector Berlioz 1830 die Idee einer Sinfonie um. Seine »Symphonie fantastique« thematisiert den Komponisten selbst, setzt »den Künstler als schaffendes Subjekt« (Wolfgang Rihm) ins Zentrum des Stücks. Noch immer ist diese Sinfonie kein Werk der Vergangenheit. Berlioz’ Unruhe pulsiert immer weiter.
